Vereinsgeschichte
Was soll man schreiben, wenn man in einem Verein
angehört, der
doppelt so alt als man selbst ist. In einer kleinen Chronik sind die
hervor zu hebenden Ereignisse aufgeführt.
Der "Pioniergeist" der ersten deutschen Indianer und Cowboys war schon
bemerkenswert wenn man sich überlegt, wie diese Hobbyisten an Materialien,
Bücher oder gar gemeinsame Treffen gekommen sind und mit welchen
Unannehmlichkeiten wie Kriege und Wirtschaftskrisen sie umgehen mussten, nur um
ihr Hobby zu leben. Hier im Folgenden der Versuch einer geschichtlichen
Darstellung des Vereines WILD-WEST-CLUB mit Auszügen aus der
Jubiläumszeitschrift anlässlich des 70-jährigen Bestehens des WILD-WEST-CLUBs,
die Manfred Roth seinerzeit zusammen gestellt hatte:
Fritz Enderle, Vereinsgründer des WILD-WEST-CLUB‘ s, war in jungen Jahren im Pferdelazarett bei Gengenbach/Baden tätig. Schon zu dieser Zeit, man schrieb das Jahr 1917, durchstreifte er oft mit seinen Kameraden zu Pferde die nahe gelegenen Wälder. Sie trugen dabei eine Bekleidung, die dem Aussehen der in Amerika lebenden Cowboys ähnelte. Sein Interesse, dem Leben der Ureinwohner und Pioniere Amerikas nachzueifern, fand er anfangs durch das Lesen von Bill Jenkins-Romanen und Karl May-Büchern
1921 kam Fritz Enderle nach Freiburg zurück. Er bildete mit alten und neuen Kameraden eine Gruppe. Durch persönliches kennen lernen des Romanautors Bill Jenkins bestätigte sich sein Tun, wobei er sich vollends dem indianischen Hobby widmete während sein Weggefährte Tom Faller, Gründer des Cowboy Club Buffolo, die Cowboys führte.
1921-1939
In dieser Zeit wurden verschiedene Kontakte geknüpft unter anderem nach München, Radebeul, Düsseldorf und
Karlsruhe.
Bei gegenseitigen Besuchen wurden Erfahrungen ausgetauscht und neue Freunde gefunden.
Während dieser Zeit war der Verein Mitglied in der Badischen Narren Zunft Freiburg.
Die Gelegenheit wurde genutzt
bei Fasnachtsumzügen der Öffentlichkeit dieses Hobby näher
zubringen. Auf einem Anhänger wurde ein Tipi (Tepee), aufgebaut. Auch
Messerwerfen und Lassoschwingen waren Attraktionen bei diesen Umzügen. Selbst in Gasthäusern wurden Vorführungen mit lndianertänzen, Messerwerfen auf eine Holzwand
und weitere Westernspiele der Öffentlichkeit gezeigt.
1945-1951 Nach dem Krieg fand man sich wieder zusammen. Durch intensives Bemühen und großen Willen von Fritz Enderle, genannt
Sitting Bull, wurden neue Kontakte und Freundschaften geschlossen.
1951
war das 1. lndian Council in Karlsruhe-Völkerbach an dem auch der WILD-WEST-CLUB Freiburg mit 13 Hobbyisten teilnahm.
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1952 trat der Verein aus der BNZ aus; trotzdem nahm man noch an Fasnachtsumzügen teil. Ebenfalls in diesem Jahr die Eintragung in das Vereinsregister. Um die Kameradschaft und das Hobby weiter zu pflegen, traf man sich auf der Hütte von Fritz Enderle. 1954 Durch das kameradschaftliche Verhältnis zum Cowboy Club Buffalo einigten sich beide Vereine das 4. lndian Council zu veranstalten. Zu diesem Treffen, das in Neuhäuser beim Gasthof Tannenhof stattfand, kamen ca. 400 Hobbyisten aus 13 verschiedenen Vereinen. Bild rechts: Mitglieder des Wild-West-Clubs vor der Hütte von Fritz Enderle im Jahre 1952 |
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1959
Nachdem der WILD-WEST-CLUB in den vergangenen Jahren viele
öffentliche Veranstaltungen durchführte, aber die eigenen Treffen teils in der „Enderle-Hütte“, teils in Gasthäuser verlegen musste, wurde der Wunsch ein eigenes Clubheim zu haben, endlich Wirklichkeit. Durch ein in Pacht zur
Verfügung gestelltes Grundstück der Bahn wurde das erste Club heim gebaut.
Diese Hütte stand in der Heinrich-von-Stephan-Straße hinter dem Bahnbetriebswerk.
In diesem Jahr war auch das 9. Indian Council, das der Cowboy Club Buffalo
Freiburg anlässlich seines 40-jährigen Vereinsbestehens ausrichtete. Der WILD-WEST-CLUB übernahm hierbei den indianischen Teil.
1961 Das 40-jährigen Vereinsjubiläums des WILD-WEST-CLUB‘
s war Anlass, das 10. lndian Council auszurichten. Zu diesem Ereignis trafen sich ca. 400 Hobbyisten.
1964 Bei der Wiedereröffnung des Völkerkundemuseums, in dem auch eine Ausstellung über die Indianer Nordamerikas zu sehen war, wirkte der WILD-WEST-CLUB mit. Durch Kontakte zum Verein bat Dr. Spranz, Direktor des Museums und begeisterter Anhänger der indianischen Kultur Nordamerikas, um eine Darbietung. Mit einem Büffeltanz bot der Wild-West-Club ein Bild, das die Ausstellung eindrucksvoll unterstrich.
1969 Es war seit dem Bestehen des
Wild-West-Club' s, das Jahr einer neuen Epoche. Da man mit dem Clubgelände, das der Bahn gehörte nicht vollkommen zufrieden war, bekam der Verein einen Platz unterhalb der Mülldeponie im
Wolfswinkel zugeteilt. Die gelagerte Hütte, welche man zwei Jahre vorher auf dem RAD-Gelände im Industriegebiet
abgebaut hatte wurde nun, ab 15.03.1969 beginnend, wieder aufgebaut. So konnte man am 01.04.1969 die erste
Versammlung im eigenen Clubheim abhalten.
Fritz Enderle, seit Bestehen des WILD-WEST-CLUB‘s als 1.Vorstand tätig, legt sein Amt aus Altersgründen nieder. Er wird zum Ehrenchief auf Lebenszeit ernannt.
1970
feierte die Stadt Freiburg ihre 850 Jahrfeier. Es gelang, alle sieben in Freiburg ansässigen, dem Westernhobby verbundenen Vereine, unter einen Hut zu bringen. Die Western-Union Freiburg wurde gegründet. Gemeinsam wurde im Wolfswinkel, am
Flugplatzrand, für das Stadtfest die Westernstadt „Abilene City“ aufgebaut.
1971
50 Jahre WILD-WEST-CLUB Freiburg e.V. gegr. 1921.
Es ist schon Tradition, dass ein Freiburger Westernverein ein
Indian Council veranstaltet. Diesmal gab der WILD-WEST-CLUB zu seinem Vereinsjubiläum den Anlass. In Zusammenarbeit mit der Freiburger Western-Union wurde zum 21. lndian Council nach
Freiburg eingeladen. Hierfür ließ man, an derselben Stelle wie 1970 bei der 850 Jahr Stadtfeier, „Abilene- City“ wieder aufleben.
1977 Das 26. lndian Council war wieder in Freiburg. Zum ersten Mal fand dieses große Treffen auf dem Freiburger Flugplatz statt.
1981
Es war wieder ein
Jahr ein Jubiläum zu feiern. 60 Jahre WILD-WEST-CLUB Freiburg.
Der Verein lud dazu alle, ihm freundschaftlich gesinnten Vereine und Kameraden ein, die Vergangenheit wieder in Erinnerung zu rufen. An den
Lagerfeuern wurden die Erlebnisse und Taten aus vergangener Zeit erzählt.
1983 Die Erinnerungen des letzten Jubiläums
waren kaum vergangen, als man schon wieder in Aktion trat. Die Western-Union Freiburg, dazugehörend
auch der Wild-West-Club, lud zum 33. Indian Council ein. Mit seinen insgesamt sieben
Vereinen war es wieder ein Treffen, wie man es nur in Freiburg erleben kann. Die rund 2.000 Teilnehmer mit über 600 Zelten konnten wieder die Stadt
„Abilene-City“ bestaunen, die der Vieh- und Handelsstadt vor rund 100 Jahren glich.
Es war auch ein Jahr der Trauer. Fritz Enderle genannt Sitting Bull, Vereinsgründer und
Ehrenhäuptling des WILD-WEST-CLUB‘ s, Mitbegründer und Ehrenchief des Western-Bundes, verstarb zwei Tage nach Ende des Councils. Er war bekannt für seinen Ehrgeiz und
großen Idealismus zum Hobby und ebenso eine Symbolfigur für alle nachfolgenden Generationen.
Fritz, altersbedingt und auch schon gezeichnet von den Strapazen, erkrankte schwer. Nur sein eiserner Wille und der letzte Wunsch das lndian Council in Freiburg noch zu erleben, hielten ihn aufrecht.
Die kommenden Jahre waren Zeugnis dafür, daß die Tradition, die Fritz Enderle dem Verein mitgab, weitergeführt wurde.
Neue Kontakte und Freundschaften ermöglichten es, Treffen auch über die Grenzen hinaus miterleben zu können.
1988
Die Gemeinde Todtnau im Schwarzwald, die jedes Jahr im Sommer ein Kinderfest für ihre Feriengäste veranstaltet äußerte den Wunsch, ihr Fest durch das Auftreten von echten Indianern zu bereichern.
Der Wild-West-Club erklärte sich bereit, dieses Fest jährlich mit indianischen Spielen attraktiver zu gestalten.
1991 70 Jahre Wild-West-Club Freiburg. Ein Jubiläumsfest innerhalb seiner Westernfreunde
1993 Die Freiburger Western-Union war bereit, das 43. lndian Council auszurichten. Wie schon bei den vergangenen Treffen baute die Union mit ihren acht Vereinen „Abilene- City“ wieder auf.
1996 75 Jahre Wild-West-Club Freiburg. Ein Jubiläumsfest innerhalb seiner Westernfreunde am traditionsreichen Pferdepokalrodeo, welches seit 1971 jährlich durchgeführt wurde
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2001 der Wild-West-Club feiert auf seiner Ranch mit seinen Freunden das 80-jährige Vereinsjubiläum. Rolf Reichle und Willi Hämmerle wurden zu Ehrenmitglieder des Wild-West-Club' s ernannt Bild links: 80-jähriges Vereinsjubiläum beim Wild-West-Club. Besuch einer indianische Sängergruppe des Blackfoot-Indianclub Freiburg |
letzte Aktualisierung am 29.10.2006 1 / ms
erstellt von Michael
Strauß