Unser Hobby
oder warum laufen wir als Cowboys und Indianer herum
In keinem Land anderen Europas ist eine vergleichbare Begeisterung für das Westernhobby wie in Deutschland vorhanden. Vorsichtige Schätzungen sprechen von mehreren zehntausend beiderlei Geschlechts. Nimmt man noch die Square Dance Gruppen, die Rodeo -und Westernreit-Vereine und die in der ehemaligen DDR-Kulturbund organisierten Indianistik-Vereine dazu, können es leicht sechsstellige Zahlen werden.
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Woran
liegt es, dass diese Bewegung in Deutschland so einen fruchtbaren
Nährboden gefunden hat ? Etwa an der Pflichtlektüre Karl May, mit dem
selbst im Zeitalter von Video und Computerspielen fast jeder deutsche
Jugendliche irgendwann konfrontiert wird ? Eigentlich schon viel
früher: mit den ersten deutschen Auswanderern in die neue Welt im 17.
Jahrhundert weiter in die Zeit des Unabhängigkeitkrieges, des
amerikanischen Bürgerkrieges oder beim Bau der transkontinentalen
Eisenbahnen
rechtes Bild: "Dog Soldier" beim "Pennysong" auf einem Indian Council , d.h. die Angehörigen dieser indianischen Gesellschaft (Hundebund-Krieger) sammeln Preise für indianische Wettbewerbe |
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Das Interesse der Deutschen an jenem weiten, unbekannten Land Amerika hinter dem Horizont war so groß, unvergleichlich größer als selbst im Nachkriegsdeutschland mit seinen Geburtshelfern Lucky Strike, Kaugummi oder Rock' n Roll.
Der Wild-West-Club ist einer von glücklichen Western-Vereinen, der ein eigenes Gelände hat. Viele Anläufe wurden benötigt um endlich 1968 im Stadtteil Freiburg-Mooswald eine feste Bleibe zu finden. Hier wurde eine "Western-Trading-Post" errichtet, die mit einigen museumsreifen Dekorationsstücke ausgestattet wurde und die Mitglieder haben auf dem weitläufigen bewaldeten Vereinsgelände die Möglichkeit, ihre Tipis, Lodges oder andere authentische Zelte aufzubauen und dem Leben der Indianer Nordamerikas, der Trapper, Waldläufer, Mountainmen, Farmer, Cowboys oder Siedler nach zu leben.
Vieles wird allein - oder zusammen - wie Kleidung, Zelte, Schmuck oder andere Gegenstände, die zum Leben gebraucht werden in reiner Handarbeit angefertigt. Als Vorlage oder Anregungen dienen vor allem Bücher, Bilder oder Zeichnungen. Man hilft sich gegenseitig oder tauscht seine Erfahrungen im Umgang mit Werkzeugen und den verschiedenen Materialien, wie z.B. Leder, Perlen, Stachelschweinsborsten (Quill) Stoffe etc. untereinander aus.
Bei
allen Nachempfindungen und Träumen sollte jeder Einzelne jedoch nie vergessen,
wo sein Ursprung ist und seine Wurzeln liegen.
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Jedes Jahr, am letzten
Wochenende im Juni, lädt der Wild West Club seine Freunde aus Deutschland zum
Wettkampf, dem Pferdepokalrodeo ein. Im Tomahawk-, Messer - und Lassowerfen misst
man sich auch im Peitschenschlagen, Bogenschießen, Hufeisenwerfen und vielem
mehr. Neben den Erwachsenen sind auch die Jugendliche sehr aktiv im Wettkampf um das "kleine" Pferd. Und selbst die Kleinsten, noch nicht einmal im Kindergarten, sind aktiv dabei und werden vom Wild West Club entsprechend gefördert linkes Bild: der Pokal zum Pferdepkalrodeo des Wild-West-Clubs |
Alle zwei Jahre im April / Mai findet man auf dem Vereinsgelände verschiedene Mitglieder von "Indianerstämme", Trapper und Waldläufer beim "Trapper - und Indianmeeting" des Wild West Clubs.
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In
der Zeit 1988 - 2002 wurde an einem Juliwochenende in Todtnau ein
Kinderfest ausgerichtet, an dem Ferien-Kinder mit verschiedenen Spielen das
Leben der Prärie-Indianer nachleben konnten. Den anwesenden Erwachsenen wurden durch die Mitglieder des Wild West Clubs die selbst gefertigten Kleidung -und Gebrauchsgegenständen gezeigt und entsprechend erklärt. linkes Bild: man zeigt sich gerne mit den selbst gemachten Kleidungen und Gebrauchsgegenständen, die meist ideellen statt finanziellen Wert haben. |
Nicht zu vergessen, das Tanzen im Westernhobby. Mittlerweile sind die alten Cowboy und Gesellschaftstänze aus den Gründerjahren der USA auch in Europa populär, schauen Sie doch einfach einmal hinein im Internet, bestimmt gibt es etwas auch in Ihrer Nähe
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Bild links: auch im Winter kann man das indianische Hobby nachgehen. Bei sehr tiefen Außentemperaturen lässt es sich in einem warmen Tipi gut aufhalten |
letzte Aktualisierung: 08.01.2008 / ms
erstellt von Michael Strauß